 |
Unser Bericht über die Restauration des T2 hat Appetit auf mehr gemacht? Sie möchten sich selbst einen solchen Wagen zulegen? Hier haben wir Ihnen ein paar Tipps zusammengestellt, worauf Sie beim Kauf achten sollten.
Karosserie: auch wenn es sich bei dem VW Bus der zweiten Generation um ein komfortables Arbeitstier handelt, die Karosserie zeigt schon typische Schwachstellen. Steinschlagschäden an der Front sind eher kosmetischer Natur und machen den Wagen nicht eben schöner. Hier muss man allerdings unbedingt auf den Fensterrahmen sowie die Stellen rund um die Scheibenwischer achten. Hier kann Wasser eindringen und weitere Schäden an der unteren Frontschürze verursachen. Die Fahrerkabine sollte gründlich untersucht werden, oft rostet der Rahmen schon bis hierhin durch. Beim Blick in den Fahrerraum sollten die Sicherheitsgurtaufnahmen genau untersucht werden, diese rosten gerne mit dem ganzen Verstärkerblech los. Ein besonderes Augenmerk gilt den sogenannten Kniestücken (das, was man beim VW Bus wohl als "Kotflügel" bezeichnen muesste). Diese rosten stark und sind meistens aufwändig zu ersetzen.
Bei den Türen sind die Unterkanten genau zu untersuchen, hilfreich ist auch das entfernen der Türpappe und ein Blick ins Innere. Funktionieren die Drehfenster? Ist der Fensterhebermechanismus in Ordnung? Wechseln ist aufwändig! Die Schiebtür (ebenso wie Motorraumklappe und Heckklappe) gammelt gerne an der Unterseite komplett durch. Ist die Schiebtür geöffnet kann man gleich einen Blick in den Kasten bzw. den Fahrgastraum werfen: zeigt der Boden typische Verfärbungen im Muster der unter dem Boden liegenden Längs- und Querträger ist viel Arbeit angesagt!
Sind die Aussenschweller noch intakt? Gerne wurden Reparaturbleche aufgesetzt, die den Schaden eher vergrössern als beheben. Sind die hinteren Radkästen in Ordnung? Die doppelwandigen Radläufe rosten gerne.
Beim Blick in den Motorraum ist besonders das Bodenblech unter der Batterie zu beachten. Hier ist auch eine typische Schwachstelle und oft dringt der Gammel von hier schon bis zur Aussenhaut vor.
Wie sieht es um den Motorträgerrahmen aus? Auch hier nistet sich der Rost gerne ein.
Wie sieht es um die Wagenheberaufnahmen aus? Können sie denen wirklich vertrauebn? Ein kurzer Test schafft hier schnell Klarheit und kann manchen Euro sparen! (Sie müssen ja nicht gleich die Räder wechseln)
Sollten Sie die Möglichkeit haben, den Wagen anzuheben dann schauen Sie sich gleich auch das Heizungsrohr inklusive Y-Stück an, oft sind beide komplett durch.
Grundsätzlich gilt, das der ganze Unterboden inklusive der Träger mit der notwendigen Aufmerksamkeit untersucht wird.
Voderachse: Auch hier gehört der Rost zu den grössten Feinden, besonders betroffen sind die unteren Bögen an den Seitenschildern. Das Lenkgetriebe überprüfen Sie durch Drehen am Lenkrad im Stand. Ist eine deutliche Rastung zu vernehmen wird es teuer, zu grosses Lenkspiel lässt sich allerdings meistens noch nachstellen.
Auch Spurstangen, Kugelköpfe und Gummimanschetten sollten überprüft werden: hier zahlt sich sorgfältige Wartung aus.
Bremsen: Häufiges Problem: unrunde Trommeln die sich durch heftiges pulsieren beim Bremsen bemerkbar machen. Die Bremsscheiben sind häufig abgenutzt, hier ist meistens Ersatz gefragt.
Schaltung und Getriebe: Ist die Schaltung hakelig? Dies kann auf heftige Arbeit hinweisen: wenn die Führung der langen Schaltstange ersetzt werden muss, so müssen Motor und Getriebe ausgebaut werden. Die Getriebe selbst sind sehr robust und treten meist nur durch undichte Simmerringe in Erschainung.
Motor: Auch der T2 galt noch nicht als übermotorisiert, selbst wenn es ihn mit Motoren bis zu 70 PS gab. Besonders aber die 50PS Versionen wurden meist bis an die Grenze belastet. Auch Ölverlust ist keine unbekannte Krankheit, die Ursache ist meist bei den Stösselstangen, dem Ölkühler oder den Simmerringen der Kurbelwelle zu suchen.
Besonderes Augenmerk gilt hier dem Auspuff zu schenken, Ersatz ist zwar zu bekommen, aber auch sehr teuer. Besonders betroffen davon sind die Wärmetauscher der sogennanten Flachmotoren, die mit circa 400,00 Euro pro Stück zu Buche schlagen können.
Ausgeschlagene Drosselklappen können an der Tankstelle zu unliebsamen Überraschungen führen, hier ist Ersatz allerdings recht preiswert.
Innenausstattung: Meistens komplett in der Auflösung befindlich ist der Fahrersitz. Zerbröselt die Schaumstoffpolsterung ist ein Gang zum Sattler angesagt da es kaum vernünftigen Ersatz gibt.
Oft haben Generationen von Vorbesitzern die Türpappen zwecks Lautsprechereinbau malträtiert und es dabei an der nötigen Sorgfalt mangeln lassen. Verbogene Pappen sind daher eher die Regel.
Auch das Armaturenbrett ist oft zerlüchert wie Schweizer Käse und niemand weiss, wofür die ganzen Schalter einmal notwendig waren. Ein Blick in die Betriebsanleitung zeigt, wie es aussehen sollte. Ist der Radioschacht noch in Ordnung? Auch dieser erfuhr oft die wüstesten Veränderungen
Diese Übersicht sollte Ihnen jetzt nicht den Spass nehmen, sich nach einem T2 umzuschauen, vielmehr hoffen wir, Ihnen mit den Tipps bei der Suche hilfreich zu sein. Sollten Sie weiter Fragen haben, so rufen Sie uns an oder nutzen Sie unser Kontaktformular. Wir sind Ihnen gerne für Si da.
Eingetragen am: Samstag, 26. Februar 2005 Besuche: 1523
|
 |